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Perfekt angepasst an das Leben im Moor: Zoologische Rarität tappt auf den bayerischen LIFE for MIRES-Projektflächen in die (Foto-)Falle

Myšivka horská je jedním z nejvzácnějších druhů drobných savců v Německu. Foto: Stille NATUR/ David Stille, 2020

Foto: David Stille 2020

Mit nur drei bekannten Vorkommen (Schleswig-Holstein, Bayerischer Wald und bayerisches Allgäu) zählt die Waldbirkenmaus (Sicista betulina) zu den gefährdetsten Säugetierarten in Deutschland. Innerhalb eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Landesbund für Vogelschutz (LBV) und des BUND Naturschutz in Bayern (BN) im Zuge des Biodiversitätsprogramm Bayern 2030 „NaturVielfaltBayern“ konnte Säugetierexperte David Stille die Waldbirkenmaus in einigen Bereichen entlang des Grünen Bandes, wie den LIFE-Projektflächen des BUND Bayern in Haidmühle (Langreut) und Philippsreut (Wagenwasser), erstmals über Fotofallen nachweisen. Die Maus mit dem charakteristischen Aalstrich auf dem Rücken ist mit einer Kopf- Rumpflänge von 50 bis 75 Millimeter und einem Gewicht zwischen 5,5 und 13,5 Gramm ein Winzling – aber in Feuchtflächen den größeren Mausarten weit überlegen. Statt durch die Nässe zu laufen, bewegt sie sich kletternd an Stauden und Gebüschen. Diese perfekte Anpassung an ein Leben im Moor macht sie zu einer „Zeigerart“. Aber diese Anpassung kann ihr auch zum Verhängnis werden, wenn es nicht gelingt, die vorhandenen Moor-und Feuchtlebensräume langfristig zu sichern, zu vergrößern und miteinander zu vernetzen.

Kleine Maus, große Aufgaben

Zur Freude über den Fund dieser seltenen Art kommt zugleich auch die Herausforderung, alle geplanten Renaturierungsmaßnahmen so umzusetzen, dass keine Gefährdung für die Waldbirkenmäuse entsteht. Denn bauliche Maßnahmen, wie z.B. der geplante Rückbau von Entwässerungsgräben im Gebiet „Langreut“, stellen eine Gefahr dar, auch wenn die Art langfristig von der Wiedervernässung der Flächen profitiert. Daher sollen Ausgleichs-Lebensräume angelegt werden, in die die Mäuse „umziehen“ können, solange die Baumaßnahmen durchgeführt werden. Zudem muss die Umsetzung an den Lebensrhythmus der Maus (Winterschlaf, Aufzucht der Jungen etc.) angepasst werden. Hierfür arbeitet der BUND Bayern weiter eng mit dem Experten David Stille zusammen. Langfristiges Ziel ist es, den Lebensraum der Waldbirkenmaus zu vergrößern und bislang isolierte Teilpopulationen entlang des Grünen Bandes miteinander zu verbinden.

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