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Bäume fällen für den Moor- und Klimaschutz?

                      – Internationales Jugend-Work-Camp hilft Quellmoor zu renaturieren

 

Vom 17. bis 20. September 2019 waren auf der LIFE for MIRES-Projektfläche in Langreut (Gemeinde Haidmühle) 25 Studenten und Betreuer aus Finnland, Österreich und Deutschland aktiv für den Moor-, Klima- und Artenschutz am Grünen Band Europa unterwegs. Die Aktion fand in Kooperation von BUND Naturschutz (BN) und der Gesellschaft zur Förderung der Erlebnispädagogig („Erlebnistage“) statt. Unter Anleitung von BN-Projektmitarbeiter Karel Kleijn wurde auf einer ca. 5.000 m2 großen Fläche der dichte Birkenaufwuchs aufgelichtet. Das Gebiet ist Teil eines größeren Quellmoorbereichs im Natura 2000-Gebiet „Bischofsreuter Waldhufen“.

Die Entbuschungsaktion ist ein erster wichtiger Schritt, um den Moorbereich wieder zu vernässen und zu renaturieren. Doch warum ist es überhaupt notwendig, die Birken zu entfernen? Der Birkenaufwuchs entzieht dem Boden sehr viel Wasser, schädigt so den Moorkörper und verdrängt die natürliche Moorvegetation. Normalerweise können sich Birken nur in den Randlagen intakter Moore ansiedelt, da es für sie im Moor zu nass ist. Doch durch Entwässerungsmaßnahmen in der Vergangenheit siedelten sich die Birken hier auch großflächig im Moor an und entzogen ihm dadurch noch mehr Wasser, so dass sich der Zustand des Moores immer mehr zu verschlechtern drohte. Nebeneffekt der Auflichtungsmaßnahmen ist zudem, dass wieder offene Lebensräume für gefährdete Pflanzengesellschaften wie die Herzblatt-Braunseggensümpfe (Parnassio-Caricetum), die sich hier in Relikten erhalten konnten, entstehen aber auch für Tierarten wie die Kreuzotter (Vipera berus), die warme Plätze mit direkter Sonneneinstrahlung braucht. Für die Studenten und ihre Betreuer war das Work-Camp eine gute Gelegenheit, um mehr über das Grüne Band Europa, das Projekt LIFE for MIRES und den Moor-, Klima- und Naturschutz allgemein zu erfahren. Und auch, warum es hierfür manchmal nötig ist, Bäume zu fällen.

Die Maßnahme fand statt auf einer Fläche der Bayerischen Staatsforste, wir danken dem Forstbetrieb Neureichenau für die freundliche Kooperation. In den kommenden Jahren sollen auf einer direkt benachbarten Fläche in Besitz des BN Entwässerungsgräben beseitigt werden, um den Wasserspiegel im Gesamtgebiet wieder langfristig zu erhöhen und das Moorwachstum weiter anzuregen.

Link zum Bericht des Bayerischen Fernsehens (BR): https://www.br.de/mediathek/video/klimaschutz-und-artenvielfalt-helfer-im-moor-av:5d84b05b35b0a3001aa43163

Kontakt: BUND Fachbereich Grünes Band, melanie.kreutz@bund-naturschutz.de

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